01.01.1621 - 13.12.1621
Stadtchronik
Wirtschaft

Der Bierkrieg in Brandis

Heinz Winkler: Der Bierkrieg in Brandis Der Rundblick, 2. Jahrgang, 1955, Heft 4, Seite 70 Zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges, als sich das Wurzener Land noch im tiefsten Frieden befand, trugen die Brandiser mit den Wolfshainern den ergötzlichen „Bierkrieg“ aus. Das städtische Archiv berichtet uns hierüber: In Brandis hatten 38 Brauerben das Braurecht, und die umliegenden Ortschaften, die in der Bannmeile lagen, waren verpflichtet, ihr Bier in Brandis zu holen. Die Wolfshainer aber zogen das „Wurzener Bier“ vor. Es war im Jahre 1621, daß sie wieder „Wurzener“ zapften. Da machten sich die Brandiser mit Spießen und Stangen auf, pfändeten den Wolfshainern das „Wurzener“ und tranken es selbst. Die Sache kam vor Gericht, und die Wolfshainer durften nach der gerichtlichen Entscheidung kein „Wurzener“ mehr um Geld verzapfen. Lediglich durften sie künftig fremdes Bier an Festtagen, Kindtaufen und Hebeschmausen trinken, aber auch nur, wenn sie von der Universität Leipzig die Erlaubnis eingeholt hatten und obendrein an Brandis ein Geleitsgeld bezahlten.